Stammgäste

Trotz fünf aufgehängter Meisenkästen lies sich im Frühling selten ein Vogel blicken. Und wenn, dann nur um abfällig mal reinzuschauen und dann wieder das Weite zu suchen. Früher schob ich das immer auf die Wolle, unseren Hund. Wie sich mittlerweile herausstellte hat das einen anderen Grund. Ich liebe Laubgewächse und finde Tannen und Wacholder irgendwie langweilig. Die Folge ist, in unserem Garten ist es erst sehr spät grün und zugewachsen. Zu uns kommen immer nur die Vögel, die beim ersten Versuch gestört wurden. Erst jetzt, Ende Mai, haben sich Amsel, Rotkehlchen und Meisen eingefunden. Die Amsel legt noch und die anderen beiden Füttern schon.
Vier teuer gekaufte Meisenkästen hängen in unserem Garten, aber nur einer wird von Meisen aufgesucht. Und gerade dieser ist ein selbstgebastelter. Vermutlich ist sein Standort günstig. Er hängt in einer dieser ungeliebten aber dichten Koniferenhecke.

Dieses Meisepärchen kommt aber jedes Jahr. Etwas spät, aber es kommt verlässlich. Die andern Kästen bleiben aber nicht ungenutzt, sondern Hummel und wilde Bienen benutzen sie. Einen Kasten haben wir vorsorglich verstopft, als eine Wespe versuchte, sich dort häuslich niederzulassen.
Wir haben versucht, die Meisen beim Füttern zu knipsen. Es gibt mittlerweile Fotos, die die Meisen beim Anflug zeigen. Es hat aber ca. vier Stunden und lahme Arme gebraucht. 5 von 100 Fotos waren erfolgreich. Die anderen 95 zeigten ein leeres Einflugloch. Das waren die sogenannten „Ätsch-Fotos“. Im Sucher sieht man eine Meise. Beim Abdrücken sieht man ein leeres Loch. Bis die Automatik unserer Kamera die richtige Beleuchtung und Schärfe gefunden hatte, hatte die Meise schon einen neuen Wurm gefangen. Hoffentlich ist ihr Nachwuchs genauso schnell, wenn die Elstern kommen.