Große Veränderungen

Heute morgen habe ich mit den Menschen und den großen Papageien zusammen gefrühstückt. Irgendwas muss ich da falsch gemacht haben. Sie haben was von „Leben in der Bude“ und „Die Großen auf Trapp bringen“ gesagt. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe nur mit Poldi zusammen auf dem Stuhl gesessen und so was wie „vertragen“ gemacht. Dann haben die Menschen wieder die Stammvogelhandlung angerufen, mich in den Käfig gepackt und mit dem Großkäfig auf Rollen – sie nennen es Auto - mitgenommen. Als sie das Tuch abnahmen, war ich mitten in einer Schar bunter Vögel. „Es ist ein Männchen“ sagte eine Frau. Sie ging weg und kam mit einem Babymädchen wieder. Sie setzte dieses Hutzelchen doch einfach in meinen Käfig, der sowieso schon zu klein war.

Was soll das. Spürte ich da etwa Konkurrenz? So ganz konnte ich mich nicht mit ihr anfreunden. Zu Hause aber machte der Mann die Überraschung perfekt: Er baute uns ein Nobelheim mit Knabberästen, Badeschüssel und jeder Menge Platz. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich dieses Heim lieber für mich alleine hätte. Nun ist die Kleine da und lässt sich nicht vertreiben. Ich werde mich wohl mit ihr arrangieren müssen. Soviel habe ich mitbekommen: Wenn meine alten Besitzer mich wiederholen sollten, dann nimmt meinen Platz ein anderer Springsittichmann ein. Eines ist mir gelungen: Ich habe die Menschen für mich und meine Artgenossen begeistert. Die Frau sagte nämlich, dass sie sich eher ein Moped als einen Springsittich angeschafft hätte. Sie wusste zum einen nicht, wie charmant wie sind. Zum anderen bin ich doch fast ein Moped, vom Geräusch her.